Die meisten Parfums riechen nach Blumen, Zitronen oder Holz. Und dann gibt es die anderen.
Einige Parfümeure greifen zu Materialien, die man nicht sofort einordnen kann. Kein Rosen-Jasmin-Sandelholz-Muster. Stattdessen: Substanzen, die polarisieren, überraschen oder schlicht etwas tun, das kein anderer Duft tut. Drei davon verdienen mehr Aufmerksamkeit.
Oud
Oud kommt aus dem Innern des Adlerholzbaums, genauer: aus dem harzigen Kern, den der Baum als Reaktion auf eine Pilzinfektion bildet. Rauchig, balsamisch, leicht süß, mit einer Tiefe, die kaum zu beschreiben ist. Einer der teuersten Duftstoffe der Welt. Oud Palao von Diptyque zeigt, was Oud kann, wenn man es nicht überwältigt, sondern in Szene setzt.
Immortelle
Immortelle, auch Strohblume oder ewige Blume, riecht nach gar nichts, was man von einer Blume erwartet. Eher nach Ahornsirup, einem Hauch Curry, getrockneten Früchten, warmem Honig. Süß und würzig auf einmal, fast essbar. Eau Noire von Dior baut die Immortelle ins Zentrum und macht daraus einen der seltsamsten, schönsten Dufts des Hauses.
Aldehyde
Aldehyde sind synthetisch, aber das macht sie nicht weniger interessant. Im Gegenteil. Sie erzeugen eine Seifigkeit, fast einen metallisch-wachsigen Schimmer, der Duft plötzlich lebendig wirkt. Prickelnd, fast brausend. Chanel No. 5 hat Aldehyde berühmt gemacht. Arpège von Lanvin nutzt sie in der Kopfnote und bleibt damit ein Klassiker, der nie langweilig wird.
Parfumgeschichte schreiben immer die, die etwas riskieren. Diese drei Noten sind der Beweis.