Schwarz. Süß. Verboten.
Der erste Sprüher von Tom Ford Lost Cherry riecht wie schwarze Kirschen, die gerade zu viel Sonne bekommen haben. Reif, fast schwer, mit einem Hauch Kirschlikör und Bittermandel. Das ist kein dezenter Alltagsduft. Das ist eine Ansage.
Im Herzen tauchen Rose und Jasmin Sambac auf, was den Duft aus der reinen Gourmand-Kategorie raushebt. Er bleibt süß, bekommt aber eine blumige Tiefe, die ihn komplexer macht als erwartet. Die Basis aus Tonkabohne, Peru-Balsam, Sandelholz und Vetiver trägt alles warm und lang nach.
Orientalisch-Gourmand. Aber mit Haltung.
Für wen ist das?
Ehrlich gesagt für Menschen, die keine Angst vor Aufmerksamkeit haben. Lost Cherry ist ein Abendduft, ein Winterduft, ein Duft für kühle Nächte und zu viel Rotwein. Wer tagsüber ein dezentes Eau de Toilette trägt und abends einen Gang hochschalten will: hier.
Wer ihn einmal gerochen hat, erkennt ihn sofort wieder. Das ist Absicht. Tom Ford baut keine Parfums, die sich in den Hintergrund stellen. Lost Cherry ist unangenehm gut.
Kein Duft für jeden Tag. Aber für den einen Abend, an dem es darauf ankommt.